Kunsttherapie

Kunsttherapie ist die psychotherapeutische Anwendung und Erfahrung von Kunst. Sie basiert auf der Erkenntnis, daß jeder Mensch die Fähigkeit besitzt, bewusste und unbewusste Gefühle zu visualisieren. Unverarbeitete Konflikte, Erfahrungen, Gefühle, Fantasien, belastende oder traumatische Erlebnisse sind durch Worte allein oft nicht erklärbar oder erscheinen unaussprechlich. Der kunsttherapeutische Rahmen bieten einen sicheren Raum, um inneren Bildern Ausdruck zu verleihen und die Erfahrungen über neu Entstandenes zu teilen und sich darüber auszutauschen. Die Kunsttherapie fördert Selbstwahrnehmung, selbstbestimmtes Handeln und die Beziehungsfähigkeit gegenüber sich selbst und in sozialen Kontexten. In der kunsttherapeutischen Arbeit stehen Patient:In, Therapeut:In und Kunstwerk in wechselseitiger Beziehung, um neue Zusammenhänge und Perspektiven zu entdecken, sie im Prozess zu transformieren und selbstwirksam in das Leben zu integrieren.

Mentalisierung

Mentalisieren ist eine imaginative menschliche Fähigkeit und Aktivität, sich psychische Gründe für Verhalten vorstellen und interpretieren zu können. Wenn wir mentalisieren, dann sind wir neugierig, was hinter dem Verhalten von uns selbst und anderen steckt. Das könnten beispielsweise Wünsche, Gedanken, Gefühle, Bedürfnisse, Sehnsüchte oder Einstellungen sein.

Mentalisieren wird in affektiv bedeutsamen Beziehungen erlernt. Sie ermöglicht das soziale Miteinander und dient als zwischenmenschliche Interpretationsfunktion. Ist die Mentalisierungsfähigkeit wenig ausgebildet, weil zum Beispiel unsichere oder ambivalente Bindungsbeziehungen prägend waren, wird sie schnell durch automatische Annahmen ersetzt (z.B. die Annahme: Der Nachbar im Bus sieht mich so kritisch an, bestimmt, weil er mich nicht mag).

Bei psychischen Erkrankungen kann das effektive Mentalisieren besonders schwer fallen, da der Aufbau von Vertrauen unmöglich erscheint oder aufgrund von traumatisierenden Ereignissen gestört ist. Im Rahmen einer mentalisierungsbasierten Therapie kann dieses Vertrauen innerhalb der therapeutischen Beziehung aufgebaut und gestärkt werden.

Über mich

Mein Name ist Anette Kuhn, geboren und aufgewachsen bin ich in Frankfurt am Main. Seit 1995 lebe ich mit meiner Familie in Berlin. Durch mein Studium der Kunstgeschichte und Kulturwissenschaft und der Ausbildung zur Bildhauerin habe ich mich seit meiner Jugend intensiv mit bildender Kunst beschäftigt. Im Studium der Kunsttherapie habe ich den therapeutischen Wert der Kunst als Ausdruck der Psyche weiter fokussiert. In der Mentalisierungsbasierten Therapie (MBT) sowie in der Kunsttherapie liegt mein Schwerpunkt in der therapeutischen Beziehungsarbeit, die ich zugewandt, respektvoll und würdeorientiert zu gestalten versuche. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die traumasensible Therapie (u.a. PITT). Ich arbeite zusätzlich in einer Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin und als Lehrsupervisorin an der Kunsthochschule Berlin Weissenssee. Außerdem befinde ich mich in regelmässiger Weiterbildung, Supervision und Mitwirkung in den Fachverbänden.

Kosten

Ihre Behandlungsziele, der Rahmen und Fokus der Behandlung und die Kosten der Behandlung besprechen wir im persönlichen Kontakt. Kunsttherapie ist keine Kassenleistung. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Bezuschussung für Psychotheraie und Kunsttherapie. Einige Krankenkassen erstatten einen Teil der Kosten für die Kunsttherapie oder sie übernehmen die Kosten, falls die Patientin oder der Patient nachweisen können, dass die bisherige Suche nach einer kassenärztlich zugelassenen Psychotherapie erfolglos war (SGBV, §13, Absatz 3). Es gibt weiterhin die Möglichkeit das persönliche Budget für Kunsttherapie zu verwenden (SGB 9, §17). Ebenso bestehen für bestimmte Altersgruppen oder für besondere Störungsbilder ( z.B. posttraumatische Belastungsstörungen, komplexe Traumafolgestörungen) ebenfalls Möglichkeiten der Bezuschussung. Sprechen Sie mich dazu gerne an. Ich freue mich über Ihre Kontaktaufnahme.